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Ratgeber

eBill erreicht 4 Millionen Nutzer: Lohnt sich eBill für Schweizer KMU?

Die digitale Rechnungsstellung in der Schweiz hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Ende Juni 2026 zählte eBill erstmals mehr als 4 Millionen registrierte Nutzerinnen und Nutzer. SIX meldet zudem rund 93 Millionen eBill-Transaktionen im Jahr 2025. Für 2026 werden mehr als 100 Millionen Transaktionen erwartet. Für grosse Rechnungssteller ist der Nutzen schnell nachvollziehbar. Doch wie sieht es bei Selbstständigen und kleinen Schweizer KMU aus, die heute hauptsächlich PDF-Rechnungen mit QR-Rechnung versenden? Die richtige Antwort lautet nicht: «Jetzt muss jedes KMU auf eBill umstellen.» QR-Rechnung und eBill erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Für ein kleines Unternehmen wäre es wenig sinnvoll, einen einfachen Rechnungsprozess nur wegen eines Markttrends unnötig komplex zu machen. Vier Millionen Nutzer zeigen aber, dass eBill kein Nischenkanal mehr ist. Gerade für Unternehmen mit wiederkehrenden Schweizer Kunden lohnt sich deshalb die Frage, wann eBill eine sinnvolle Ergänzung wird.

Laptop und Smartphone als Symbol für digitales Bezahlen

Was ändert eBill konkret?

Bei einer klassischen PDF-Rechnung verschickt das Unternehmen die Rechnung per E-Mail. Der Kunde öffnet das Dokument und übernimmt die Zahlungsinformationen oder scannt den QR-Code mit seiner Banking-App.

Bei eBill gelangt die Rechnung direkt ins Online Banking des Kunden. Dort kann sie geprüft und freigegeben werden.

Der Unterschied besteht also nicht nur darin, ein PDF durch ein anderes digitales Format zu ersetzen. eBill bringt Rechnungszustellung und Zahlungsfreigabe näher zusammen.

SIX hebt zudem die Sicherheit hervor: Rechnungssteller werden vorgängig geprüft und die Rechnung wird in die geschützte Online-Banking-Umgebung übermittelt. Zahlungsdaten müssen nicht manuell übertragen oder von einem zweiten Gerät gescannt werden.

Warum die Marke von vier Millionen Nutzern relevant ist

Laut SIX haben mehr als 59 % der 20- bis 64-Jährigen eBill aktiviert. Vier Millionen Nutzer entsprechen ungefähr der Hälfte der erwachsenen Schweizer Bevölkerung. Zudem bieten bereits 110 Finanzinstitute die Lösung an.

Wer eBill anbietet, verlangt von seinen Kunden somit nicht mehr, einen kaum verbreiteten Dienst zu verwenden.

Besonders interessant ist dies für B2C-Geschäftsmodelle mit regelmässiger Fakturierung: Abonnemente, wiederkehrende Dienstleistungen, Schulen, Vereine, Haushaltsservices, Wartungsverträge oder andere periodische Leistungen.

Wer dagegen nur wenige einmalige Rechnungen pro Monat stellt, erzielt möglicherweise nur einen geringen Zusatznutzen.

eBill oder QR-Rechnung? Die beiden Lösungen müssen nicht konkurrieren

eBill und QR-Rechnung werden manchmal als Alternativen dargestellt, zwischen denen ein Unternehmen wählen müsse.

In der Praxis ergänzen sie sich.

Die Schweizer QR-Rechnung ist einfach zu erstellen und funktioniert sowohl als PDF als auch auf Papier. Für Selbstständige, kleine Unternehmen und einmalige Rechnungen ist sie weiterhin sehr geeignet.

eBill ist eher ein integrierter digitaler Zustell- und Zahlungskanal.

Ein Kunde möchte seine Rechnung vielleicht direkt im E-Banking erhalten, ein anderer bevorzugt weiterhin ein PDF mit QR-Rechnung. Ein KMU kann deshalb je nach Kundschaft mehrere Wege anbieten.

Diese Ergänzung wird auch vor dem Hintergrund des geplanten Endes der bisherigen Lastschriftverfahren LSV+ und BDD relevant. SIX bestätigt deren Einstellung per 30. September 2028 und nennt unter den Alternativen eBill, QR-Rechnung, Dauerauftrag und Einzelzahlungsauftrag.

Wann lohnt es sich, eBill genauer zu prüfen?

Sie stellen denselben Kunden regelmässig Rechnungen

Wer monatlich, quartalsweise oder jährlich an eine stabile Kundengruppe fakturiert, kann durch weniger wiederkehrende Arbeit Zeit sparen. eBill bietet beispielsweise Dauerfreigaben, mit denen Kunden wiederkehrende Rechnungen innerhalb selbst definierter Regeln automatisieren können.

Ihr Rechnungsvolumen ist ausreichend hoch

Eine allgemeingültige Mindestzahl gibt es nicht. Zehn Rechnungen pro Monat sind wirtschaftlich etwas anderes als 500.

Die Anbindung erfolgt üblicherweise über eine Bank, einen Netzwerkpartner oder eine kompatible Software. Geschäftskonditionen hängen unter anderem vom gewählten Partner ab. Entscheidend ist deshalb das Verhältnis zwischen Kosten, Integrationsaufwand und tatsächlicher Zeitersparnis.

Ihre Kundschaft befindet sich überwiegend in der Schweiz

eBill ist Teil der Schweizer Zahlungsinfrastruktur. Für Unternehmen mit hauptsächlich Schweizer Kunden ist das schlüssig. Wer fast ausschliesslich internationale Kunden fakturiert, wird meist zuerst universellere Zahlungs- und Rechnungswege priorisieren.

Sie möchten den Weg von der Rechnung zur Zahlung verkürzen

Bei einer PDF-Rechnung erhält der Kunde eine E-Mail, öffnet den Anhang und wechselt danach ins Online Banking. Bei eBill liegt die Rechnung bereits dort, wo die Zahlung freigegeben wird.

Das garantiert keine schnellere Zahlung, reduziert aber die einzelnen Schritte im Prozess.

Sie können sofort eine vollständige Rechnung testen, ohne Konto.

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Welche Rolle spielt eBill Direct Debit?

SIX führte eBill Direct Debit 2025 als digitale Lastschriftlösung ein. Die Einführung steht auch im Zusammenhang mit der Ablösung von LSV+ und BDD bis 2028.

Die Lösung eignet sich für wiederkehrende Forderungen. Der Kunde richtet in eBill eine digitale Ermächtigung ein. Zahlungen können anschliessend innerhalb dieses Rahmens automatisiert werden.

Bis Mitte 2027 plant SIX weitere Funktionen, darunter Business Direct Debit für Zahlungen zwischen Unternehmen und höhere Beträge.

KMU, die heute LSV+ oder BDD nutzen, sollten den Übergang deshalb frühzeitig prüfen. Für Selbstständige ohne Lastschriftverfahren besteht dagegen kein Grund, ihren Rechnungsprozess allein deswegen umzustellen.

Unternehmen können eBill auch zum Rechnungsempfang nutzen

Unternehmen können eBill-Rechnungen über ihr Online Banking oder direkt in einer kompatiblen, an die Infrastruktur angeschlossenen Software empfangen.

Die konkrete Verfügbarkeit hängt von Bank und Softwareanbieter ab.

eBill ist somit nicht nur ein Kanal für grosse Unternehmen, die Rechnungen an Privatpersonen senden. Auch ein KMU kann die Lösung im eigenen Kreditoren- und Zahlungsprozess einsetzen.

Sollte MySwissInvoice die QR-Rechnung durch eBill ersetzen?

Nein.

MySwissInvoice soll bewusst einfach bleiben: Selbstständige und kleine Schweizer KMU sollen konforme Schweizer Rechnungen mit QR-Rechnung erstellen können, ohne dafür ein komplexes ERP oder eine vollständige Buchhaltungssoftware einzuführen.

Für viele kleine Unternehmen ist eine übersichtliche PDF-Rechnung mit korrekter QR-Rechnung weiterhin genau die richtige Lösung.

Die Entwicklung von eBill ist trotzdem relevant. Sie zeigt, wohin sich der Schweizer Markt bewegt: Rechnungsstellung und Zahlung rücken näher zusammen, Prozesse werden stärker automatisiert und Medienbrüche reduziert.

Mehrere Zustell- und Zahlungswege können für Nutzer mit entsprechendem Volumen sinnvoll werden. Eine zusätzliche Funktion sollte aber nicht eingeführt werden, nur weil sie technisch verfügbar ist.

Die entscheidende Frage lautet: Vereinfacht sie den Alltag des Unternehmens und seiner Kunden tatsächlich?

Eine einfache Entscheidungshilfe

Analysieren Sie die letzten drei Monate Ihrer Fakturierung:

Bei wenigen einmaligen Rechnungen ist ein einfacher Prozess meist die beste Wahl.

Steigt dagegen das Volumen wiederkehrender Rechnungen an Schweizer Kunden, lohnt sich eine Evaluation von eBill mit Ihrer Bank oder Ihrem Anbieter.

Vier Millionen Nutzer bedeuten nicht, dass jedes KMU eBill sofort anbieten muss. Der Meilenstein zeigt vielmehr, dass der Kanal inzwischen etabliert genug ist, um Teil einer ernsthaften Fakturierungsstrategie zu sein.

Die QR-Rechnung bleibt eine sehr gute Basis. eBill kann sie ergänzen, wenn Volumen, Wiederholung und Kundenerwartungen dies rechtfertigen.

Eine einfache Entscheidungshilfe

  • Wie viele Rechnungen haben Sie ausgestellt?
  • Wie viele davon gingen an wiederkehrende Kunden?
  • Wie hoch ist der Anteil Ihrer Schweizer Kundschaft?
  • Wie viel Zeit benötigen Versand und Nachverfolgung?
  • Fragen Kunden bereits nach eBill oder stärker automatisierten Abläufen?

Häufige Fragen

Ersetzt eBill die QR-Rechnung?
Nein. eBill und QR-Rechnung erfüllen sich ergänzende Aufgaben. Ein KMU kann weiterhin PDF-Rechnungen mit QR-Rechnung versenden und eBill anbieten, wenn Kundschaft und Volumen dies rechtfertigen.
Für welche KMU ist eBill besonders interessant?
eBill eignet sich vor allem für Unternehmen, die regelmässig eine stabile Schweizer Kundschaft fakturieren, etwa bei Abonnementen, Schulen, Vereinen, wiederkehrenden Dienstleistungen und Wartungsverträgen.
Können Unternehmen eBill-Rechnungen auch empfangen?
Ja. Je nach Bank und Software können Unternehmen eBill-Rechnungen im Online Banking oder in einem kompatiblen, an die Infrastruktur angeschlossenen Programm empfangen.
Wann enden LSV+ und BDD?
SIX kündigt die Einstellung per 30. September 2028 an. Als Alternativen werden unter anderem eBill, QR-Rechnung, Dauerauftrag und Einzelzahlungsauftrag genannt.

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